Die Katholische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmerbewegung KAB ist ein Sozialverband in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er entstand im 19. Jahrhundert, als die Arbeiter im Zug der Industrialisierung unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen und miserablen Löhne litten und für Verbesserungen kämpften. Im Gegensatz zu den Gewerkschaften hielten die KAB-Mitglieder an ihrer Beziehung zur Kirche fest und ver-standen ihren christlichen Glauben als Motivation für ihren Kampf um soziale Gerechtigkeit. Orientierung erhielten die katholischen Arbeitervereine durch das grosse Sozialrund-schreiben Rerum novarum von Papst Leo XII. im Jahre 1891. Die KAB ist Teil der Weltbewegung Christlicher Arbeiter (WBCA).

 

In der Schweiz entstand die erste KAB 1899 in St. Gallen. Sie war Vorbild für die Gründung von weiteren lokalen Vereinen und führte zur Gründung des Dachverbands KAB Schweiz. Die lokalen Sektionen sind weitgehend selbständig und zählen in den meisten Fällen auch Frauen in ihren Reihen. Früher erfüllten die Sektionen eine wichtige Rolle als Selbsthilfegruppen für die Probleme und Anliegen ihrer Mitglieder. Heute organisieren sie vorwiegend gesellige Anlässe, bieten der lokalen Pfarrei und Gemeinde ihre Hilfsdienste an und unterstützen die Entwicklungsprojekte von Brücke · Le pont.

 

Der Dachverband KAB Schweiz bietet Bildungs- und Reiseangebote für die Sektionen an und informiert über Vereinsaktivitäten per Bulletin info KAB-Schweiz (4 Mal jährlich). Er unterstützt das Institut für Sozialethik ethik22, das die KAB Schweiz unter dem Namen Sozialinstitut gegründet und 2016 in die Selbständigkeit entlassen hat.

 

1956 gründete die KAB Schweiz das Hilfswerk "Brücke der Bruderhilfe", das heute
Brücke · Le pont heisst und seine Geschäftsstelle in Freiburg hat. Mit dem Programm „Arbeit in Würde“ finanziert es rund 35 Entwicklungsprojekte in sechs Ländern Afrikas und Lateinamerikas. Spenden sind hier gut angelegt.